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Wissenswertes von A-Z / Schmerzen

 

Wahrscheinlich haben auch Sie schon öfters im Leben unter Schmerzen gelitten. Fast jeder kennt den Kopfschmerz, der diffus ausgebreitet, ziehend, bohrend, pochend oder als Druck empfunden werden kann. Auch bohrende und stechende Zahnschmerzen, Glieder- und Regelschmerzen können sowohl die berufliche Leistungs-fähigkeit als auch die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

 

Was ist Schmerz?

Schmerzen sind eine Empfindung des Sinnessystems und meist ein Alarmsignal des Körpers – ein wichtiger Hinweis da-rauf, dass etwas nicht in Ordnung ist.
Dieses unverzichtbare Alarm-
system hilft, unseren Körper vor schlimmeren Schäden zu bewahren.

 

Beispiel Kopfschmerzen:

Verletzungen, Verspannungen äussere Einflüsse wie Alkohol, Nikotin und Stress machen dem Kopf zu schaffen.

 

Beispiel Sonnenbrand:

Sicher haben auch Sie schon einmal die Schattenseiten eines Sonnen-brandes kennen gelernt. Warum bekommt man einen Sonnenbrand, ohne es zu merken? Weil es für den Sonnenbrand das Frühwarnsystem “Schmerz“ nicht gibt.

 

Beispiel Zahnschmerzen:

Wie schön wäre doch ein Leben ohne Zahnschmerzen! Doch hätten wir keine Schmerzen, wüssten wir nicht, dass wir unsere Zähne behandeln müssen. Die Folge: Wir würden schon in jungen Jahren Zähne verlieren.

 

Wie entstehen Schmerzen?

Schmerzen entstehen bei einer Schädigung von Körpergewebe, z. B. durch eine Infektion oder aufgrund von Hitze, Kälte, Stichen oder Schnitten. Diese Schädigungen führen zur Bildung bestimmter chemischer Stoffe im Körper, der so genannten Schmerzbotenstoffe (Prostaglandine).

 

Schmerzbotenstoffe wirken auf bestimmte Nervenenden und leiten Schmerzsignale entlang des Rückenmarks zum Gehirn. Bestimmte Hirnzellen empfangen die Schmerzsignale und werten diese aus: Schmerzstärke und Ort der Schmerzentstehung werden so bewusst wahrgenommen. Dieser Vorgang dauert nur Bruchteile von Sekunden.

 

Weshalb Schmerzbekämpfung?

Schmerzen sind ein Alarmsignal. Ist die Schmerzursache erkannt und beseitigt, verschwinden sie wieder. Da Schmerzen jedoch anhalten können, ist ihre Bekämpfung sinnvoll. Denn:

Schmerzen rauben den Schlaf, den wir benötigen, um uns zu erholen und um gesund zu werden.

Schmerzen belasten das Allgemeinbefinden und führen zu Energie- und Lustlosigkeit.

Schmerzen verleiten dazu, schmerzende Körperteile zu schonen und gesunde dadurch vermehrt zu belasten. Dadurch können neue Schmerzen entstehen

Auch in der modernen Medizin gewinnt die Schmerzbehandlung eine immer grösser werdende Bedeutung. Dies gilt hauptsächlich für die Behandlung chronischer Schmerzen.

 

 

Was gilt für die Bekämpfung von Schmerzen? Die Ursache der Schmerzen abklären. Da das Schmerzempfinden durch Angst und Sorge verstärkt werden kann, bewirkt manchmal allein eine beruhigende Erklärung zu den Beschwerden, dass diese leichter ertragen werden und gelegentlich vollständig abklingen.

 

 

 

Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz

Kopfschmerzen haben vielfältige Ursachen. So können Durch-blutungsstörungen im Kopf, Muskelverspannungen in Hals- und Nackenbereich oder auch seelische Belastungen Kopfschmerzen erzeugen. Ebenso können Stress, Hektik, zu wenig Schlaf, aber auch übermässiger Alkohol- und/oder Nikotingenuss zu quälenden Kopfschmerzen führen.

 

Je nach Art des Schmerzes werden vor allem drei Arten von Kopf-schmerzen unterschieden: Spannungskopfschmerzen, Migräne und Kombinations-kopfschmerzen.

 

Der Spannungskopfschmerz ist beidseitig und äussert sich dumpf drückend.

 

 

 

Die Migräne verursacht meist einseitige, pulsierende und pochende Kopfschmerzen. Dazu kommen vegetative Begleiter-scheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit und Überemp-
findlichkeit gegenüber Gerüchen. Teilweise kommt es auch zu neurologischen Ausfallserscheinungen, die sich vor allem in einer vorüber-gehenden Sehstörung äussern, der so genannten Aura. Wenn diese Aura ohne Kopfschmerz auftritt, spricht man von einer “Migräne ohne Migräne“.

 

Beim Kombinationskopfschmerz werden Spannungsschmerzen von Migräneattacken überlagert.

Die Intensität der Schmerzempfindung kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein und hängt auch vom seelischen Befinden des Betroffenen ab. So werden Schmerzen leichter ertragen, wenn man ausgeglichen und zufrieden ist. Auch äussere Einflüsse haben eine Wirkung auf das Schmerzempfinden.

 

Mit dem Kopfschmerztagebuch den Ursachen auf der Spur

 

Versuchen Sie herauszufinden, wann die Kopfschmerzen einsetzen. Haben Sie sich vielleicht zu lange in überheizten, schlecht gelüfteten Räumen aufgehalten? Waren Sie Zigarettenrauch ausgesetzt?

Haben Sie bei schlechter Beleuchtung gelesen, oder sassen Sie lange am Computer?

Führen Sie Buch über Ihre Kopfschmerzen. Notieren Sie, wie die Schmerzen sich äussern, wie lange, wie stark, welche Begleitumstände. Das hilft dem Arzt bei der Diagnose.

Einen Kopfschmerzkalender finden Sie im Internet unter www.dmkg.de.

 

 

Was kann man gegen Kopfschmerzen tun?

Nahezu 20% aller Patienten, die in eine Arztpraxis kommen, klagen über Kopfschmerzen. Gut 15% der Gesamtbevölkerung leiden unter chronischen Kopfschmerzen. Diese Zahlen zeigen deutlich die grosse sozialmedizinische Bedeutung des Kopfschmerzes. Was können Sie dagegen tun?

 

 

 

 

Ruhe: Vermeiden Sie alles, was den Organismus zusätzlich belastet, wie reichhaltiges, schwer verdauliches Essen, Kaffee, Nikotin, Alkohol, zu viel Arbeit bei zu wenig Entspannung, zu viel Reizüberflutung durch Lärm, Fernsehen usw.

Frische Luft

Ausreichend Schlaf

Ablenkung durch Bilder, Musik etc.

Leichte Massage der Stirn-, Schläfen- und Nackenregion zur Entkrampfung

Kälteanwendungen:

- Eisbeutel, kalte Kompressen auf Stirn oder Nacken

- Kühlende Augenmaske

- Kalte Wassergüsse über Arme und Gelenke

Erlernen von Entspannungstechniken wie Yoga und autogenem Training

 

Auch Analgetika lindern den Schmerz

Medikamentös werden Schmerzen mit Analgetika wie Acetylsalicy-lsäure (ASS), Paracetamol oder so genannte nicht steroidalen Anti-rheumatika behandelt. Diese Stoffe hemmen die Bildung bestimmter Botenstoffe (Prostaglandine) und verhindern somit, dass Schmerz-signale zum Gehirn weitergeleitet werden. Neben der Schmerz-linderung weisen sie, je nach Stoffklasse, noch fiebersenkende und/oder entzündungshemmende Wirkungen auf.Codein hat ebenfalls analgetische Eigenschaften und ist in ver-schiedenen Schmerzmitteln enthalten. Natürlich gibt es weitere schmerzlindernde Medikamente, die aber vom Arzt verschrieben werden müssen.

 

 

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Prinzipiell sollten nur solche Schmerzen kurzzeitig selbst behandelt werden, deren Ursachen eindeutig sind.

Zum Beispiel:

- Kopfschmerzen (verursacht durch Anspannung, Überan-strengung,   

  Wetterumschwung, grippale Infekte)

- Zahnschmerzen

- Regelschmerzen

Hält der Schmerz länger als 5 Tage an, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, um eine gezielte Abklärung und Behandlung der Ursachen einzuleiten, da Schmerzmittel nur die Schmerzempfindung unterdrücken und nicht die Ursache bekämpfen.

Wenn Kinder Schmerzen haben, sollte der Arzt konsultiert werden.

Bei Schmerzen während der Schwangerschaft und der Stillzeit.

 

Bei Fragen zu Schmerzen und Medikamenten wenden Sie sich bitte immer an Ihren Arzt oder Apotheker.

 

 


 

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