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Migräne / Presslufthammer im Kopf

 

Jeder zehnte Schweizer leidet an Migräne.

«Psst, es ist wieder soweit», flüsterten wir uns als Kinder jeweils zu, wenn sich unsere Mutter mit einem Kübel ins Schlafzimmer verzog. Lärm, Licht und Essensgerüche waren in den nächsten Stunden tabu – Migräne.

 

Aura. Der Ausdruck stammt vom griechischen «Hemikranion» ab und bedeutet halbseitige Kopfschmerzen. Die typische Beschränkung auf eine Kopfhälfte ist der Hauptunterschied zu gewöhnlichen Kopfschmerzen. Wer einmal unter Migräne gelitten hat, kennt den Unterschied. In der Schweiz leiden 8 bis 15 Prozent der Erwachsenen und 6 bis 10 Prozent der Schulkinder unter Migräne. Ein Anfall verursacht starke, klopfende Kopfschmerzen, die bis drei Tage dauern und oft von Licht-, Lärm-, Geruchs- und Berührungsempfindlichkeit, Übelkeit oder Durchfall begleitet werden.

 

Ein Anfall gliedert sich in zwei bis vier Phasen. Bei dreissig Prozent der Betroffenen treten Vorboten auf wie Euphorie, Depression, Heisshunger, Hyperaktivität oder häufiges Gähnen. Die zweite Phase, die Aura, setzt bei 16 Prozent der Patienten eine halbe bis eine Stunde vor Schmerzbeginn mit Seh- oder Gefühlsstörungen oder gar Lähmungen ein. Als Drittes folgt der Schmerz und während der Regressionsphase schliesslich die Erschöpfung und grosse Mengen wasserklarer Urin.

 

Zitronensaft. Über die Ursachen ist wenig bekannt. Man weiss, dass die Durchblutung des Gehirns verändert ist, zudem spielen Funktionsstörungen der Hirnnervenzellen und hormonelle Faktoren eine Rolle. Es gibt eine familiäre Prädisposition, Frauen trifft es häufiger als Männer. Hat die Migräne zugeschlagen, gilt es die verschiedenen Auslöser (siehe Rat) zu vermeiden. Nebst Chemie hilft folgendes: Ruhe, Pfefferminzöl oder kalte Kompresse auf Stirne, Wärmepackungen im Nacken, einige schwören auf Kaffee mit Zitronensaft. Ansonsten muss erst die Magenfunktion gewährleistet werden, damit Schmerzmittel ihre Wirkung entfalten können. Bei ungenügender Medikamentenwirkung können zudem Triptane oder Mutterkorn-Derivate verordnet werden. Die Medikamente sollten nicht länger als zehn Tage pro Monat eingenommen werden, sonst besteht die Gefahr chronischer Kopfschmerzen. Ein Arztbesuch empfiehlt sich auch, wenn die Anfälle häufiger oder stärker werden, mit Fieber, Verwirrtheit oder Sprechstörungen einhergehen oder eine neue Art von Schmerz auftritt. Migräne ist eine schwerwiegende Erkrankung. Um Anzahl und Schwere der Anfälle zu vermindern, empfiehlt sich allenfalls eine Präventivbehandlung mit Betablockern, Calziumantagonisten, Antidepressiva oder Antikonvulsiva. Zuletzt darf nicht vergessen werden, dass Migränepatienten an einer chronischen Krankheit leiden und aufmerksamer Betreuung bedürfen – wie wir das damals als Kinder gewährleistet haben.

 

News

 

Neue Zusammensetzung

Die Zulassungsbehörde der Schweiz Swissmedic hat gewisse rezeptfreie Schmerzmittel aus dem Handel gezogen aufgrund ihres schlechten Nutzen-Risiko-Verhältnisses (Nebenwirkungen oder erhöhtes Suchtpotential beispielsweise). In der Folge hat die Pharmaindustrie bei vielen bekannten Produkten die Zusammensetzung geändert, den Namen der Medikamente jedoch nur leicht modifiziert. Beachten Sie dies nicht, kann das zur Folge haben, dass das bekannte Produkt nicht mehr gleich wirkt. Fragen Sie in Ihrer RegioPharm Apotheke, ob die neue Zusammensetzung auch wirklich die richtige ist für Ihre Art von Schmerzen.

 

 

Der Rat

 

Es ist bekannt, dass gewisse Substanzen und Situationen eine Migräne auslösen können. Das Führen eines Kopfschmerz-Tagebuchs während einiger Monate kann helfen, die individuellen Auslösefaktoren zu bestimmen und zu vermeiden. Diese können sein: Lärm, Stress, Licht, Alkohol, Gerüche, Wetterumstürze (Föhn), zu intensive psychische oder physische Anstrengung, Hormon- oder Stoffwechselprobleme, Hunger, ein veränderter Schlaf-Wach- Rhythmus, aber auch Nahrungsmittel wie Gewürze, Kaffee, Käse, Schokolade oder Zitrusfrüchte.

Viele leiden gerade am Wochenende an Migräne, weil sie dannm länger schlafen, andere Essgewohnheiten haben und weniger Kaffee trinken als unter der Woche. Wichtig ist es, keine Mahlzeiten auszulassen, gesund und regelmässig zu essen und viel zu trinken, auch im Winter. Zur Prophylaxe werden zudem empfohlen: Entspannungsübungen, Ausdauertraining sowie die Einnahme von Magnesium oder Vitamin B2.

 

 

 

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